Donnerstag, 9. Oktober 2008

Häuserbau im Township

Vati habe ich schonmal erwähnt, sie ist meine Lieblingsfieldworkerin, mit der ich am meisten zeit (außerhalb des Offices) verbringe. Sie hat's ziemlich drauf, und könnte voll die business frau werden, mit noch mehr Training.
Ich werd euch auch mal Ihre Lebensgeschichte (zu Mindest'n Teil) hier Posten, aber bsi dahin erstmal ihre Häuschenbau geschichte (Fotos folgen hoffentlich bald):

Vatiswa (Vati) floh nach Cape Town und kam in dem Township Nyanga unter. Sie wohnte "zur Miete" in nem Haus und hatte dort ihr Bett. Um 1986 herum bewarb sie sich um ein Haus.
1994 bekam sie dann schonmal ein Grundstück zugewiesen auf dem sie wenigstens schonmal ne Hütte errichten konnte.
2006 wurde dann ihr Geld genehmigt, denn JEDEM Südafrikanischen Staatsbürger stehen (zur Zeit) R29.000 (=2600€) für ein 42m² zur Verfügung.
Vom Staat wird damit bezahlt:
- Das meiste Material: Fenster, Türen, Dach, Zement außen, Boden innendrin; Architektengehalt (1 Arichtekt!); Sanitäranlagenanschluss, Badewanne (oder Dusche?) und WC
"Eigenanteil" Selbst muss man tragen:
- Elektrizitäts-einrichtung, großer Teil der Arbeitslöhne , Zement inside wenn man will, Dachinnenausbau, und halt komplette Inneneinrichtung
Wenn man größeres Haus ahben will, so wie Vati mit 52m² legt man Geld oben drauf (sie hat nun insgesamt noch R10.000 (=900€) draufbezahlt für Vergrößerung & Eigenanteil)
- R65 (=6€) für einen Sack Zement (kein Plan mehr wieviel kg)
- R3o0 (=28€) für eine Kleinlasterladung Sand (3Stück hat sie gebraucht)
- ...

Das Geld vom Staat bekommt man aber (zum Glück) nicht ausgehändigt, sondern man muss jemanden finden der einem das haus baut: Materialien, Leute,... ranschafft: dem überträgt man den Auftrag und der holt das Geld ab, bzw. bezahlt alle Rechnungen davon.

Ihr gehört nun das Haus, was im Oktober 2007 fertiggestellt wurde.
Während den Baumaßnahmen mussten ihre 6 kids ausziehen (2 sind eigene Söhne, die anderen von verstorbenem Bruder&Schwester) und bei Nachbarn unterkommen, und sie lebte in ner kleinen (ich schätze mal vom betrachten her) 5m²-Hütte für dieses eine Jahr Bauzeit.

NOCH KURZ ALS EINSCHUB:
Es gibt Leute in den Townships die sich auf Hüttenbau spezialisiert haben, und bei denen man für R2.500 (220€) ne ca. 5m² große Hütte geliefert bekommt, die man dann Ikea mäßig aufbaut: nur Werkzeuge werden nicht mitgeliefert, und ob's ne Anleitung gibt, weiß ich au nicht, aber die Wände sind halt prepared und daher einfach aufstellen, zusammenhämmern und Dach drauf: könnt euch also vorstellen wie das Ding bei Sturm hält, und auch bei Kälte, Hitze und Schall "isoliert".

Von ner anderen Fieldworkerin (Joyce) aus Khayelitsha habe ich gehört, dass man ein Haus nur genehmigt bekommt, wenn man einen festen Job hat, denn man muss den dafür aufzunehmenden Kredit zurückzahlen, aber dieses Statement wurde mir leider (noch) nicht genauer erklärt, daher weiß ich's nicht mit der Geschichte von Vati einzuordnen.

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